ESTREL HOTEL BERLIN
13.- 14. NOVEMBER 2018

VON DER VORHERSAGE ZUR ENTSCHEIDUNG

Interview mit Marc Eberle, baby walz – „Durch den hohen Grad der Personalisierung wird Print wieder attraktiv“

Marc Eberle, Senior Manager für CRM & BI, baby-walz


Marc Eberle
Senior Manager für CRM & BI
baby-walz

Hallo Herr Eberle, Sie sind Senior Manager für CRM & BI bei baby-walz. Welche Bedeutung hat Predictive Analytics für Ihre Arbeit?

Mit dem Einsatz von Predictive Analytics verfolgen wir bei Baby-Walz im Wesentlichen zwei Ziele:
Zum einen möchten wir durch Predictive Analytics nachhaltig unsere Conversion steigern. Damit verbunden ist nicht nur ein höherer Umsatz, sondern auch dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden besser kennen und für sie ein personalisiertes Angebot schaffen, das sie langfristig an unsere Marke bindet.
Zum anderen hilft uns Predictive Analytics dabei unsere Kunden entlang ihres Lebenszyklus besser zu verstehen. Dabei stehen wir vor der Herausforderung, dass ein Großteil unseres Angebotes nicht für den Käufer selbst bestimmt ist, sondern meist für den Sprössling des Kunden.
Lassen Sie mich ein konkretes Beispiel geben: Wenn eine Kundin vor zwei Jahren einen Baby-Strampler gekauft hat, dann wissen wir, dass das Kind mittlerweile aus dem Strampler-Alter rausgewachsen ist. Daher macht es keinen Sinn nochmals einen Baby-Strampler in der gleichen Größe anzubieten.

Sie sprechen auf der Predictive Analytics World am 8.-9. November in Berlin. Der Titel Ihrer Session ist “Totgeglaubte leben länger – Wie Sie im Print mit Hyper-Personalisierung wettbewerbsfähig bleiben!”. Warum ist dieses Thema so wichtig?

Für uns ist der Print-Kanal nun wieder ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Kundenkommunikation. Da der Kundenkontakt im Print wesentlich teurer ist als via E-Mail, ist hier auch der Hebel der Effizienzsteigerung größer als in allen anderen Kanälen. Besonders spannend ist, dass der Digitaldruck die Möglichkeit eröffnet jedes Printmailing als Unikat zu gestalten. Durch den hohen Grad der Personalisierung wird Print wieder attraktiv. Eine Zeit lang wurde Print zu Unrecht als „Altbacken“ abgestempelt. Das würden wir gerne ändern und zeigen, dass Print sehr wohl sexy sein kann, wenn man Predictive, Artikeldaten und moderne Drucktechnologie zusammenführt.

Was können die Konferenzteilnehmer aus Ihrem Vortrag für die tägliche Arbeit mitnehmen?

Ich denke die Teilnehmer können sich auf einen konkreten Use-Case freuen, den man nicht nur nachvollziehen, sondern sprichwörtlich auch anfassen kann. Der Use-Case lässt sich auch leicht auf andere Branchen übertragen, die ebenfalls den Printkanal in der Kundenkommunikation nutzen. Der Case lässt sich auch auf andere Marketinginstrumente problemlos übertragen.

Welche Trends werden Predictive Analytics voraussichtlich in den nächsten Jahren prägen?

Eine smarte Verknüpfung und Integration von Kundeninformationen entlang der Customer Journey spielt eine immer wichtigere Rolle. Außerdem wird das Thema Personalisierung und One-to-One Marketing zunehmend wichtiger. Genau zu verstehen, wann, sich welcher Kunde, für welches Angebot, über welchen Kanal interessiert und wie der richtige Impuls aussehen soll, wird dabei die zentrale Gretchenfrage bleiben.

Was halten Sie von dem erneuten Hype um Künstliche Intelligenz: folgt dem KI-Boom bald wieder ein KI-Winter?

Für mich als Marketier sind die analytischen Methoden kein Selbstzweck. Wenn mir künstliche Intelligenz dabei hilft mehr zufriedenere Kunden zu haben und dabei wirtschaftlich erfolgreicher zu sein, dann bin ich dem sehr aufgeschlossen. Aus meiner Sicht ist aber entscheidender, dass man die analytischen Pferdestärken auch auf die Straße bringt und nachweist, dass die umgesetzten Use-Cases nachhaltig erfolgreich sind.

Und eine persönliche Frage: was ist Ihr bevorzugtes Predictive Modeling Tool oder Methode? Und warum?

SPSS Modeler und KNIME

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben! Wir freuen uns, Sie bald in Berlin begrüßen zu dürfen und sind schon sehr gespannt auf Ihren Vortrag auf der Predictive Analytics World.